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Die Mozartstraße verbindet die Josef-Steinbacher-Straße mit der
Christian-Plattner-Straße und quert dabei die Christian-Thaler-Straße.
Wolfgang Amadeus Mozart nächtigt mit seinem Vater Leopold auf der Reise
von Salzburg nach Italien im 14. Dezember 1769 in Wörgl.
Von hier schreibt er seinen allerersten noch heute erhaltenen Brief.
Er war in Italienisch abgefasst und an seine Schwester Nannerl gerichtet.

Der Inhalt lautet übersetzt etwa folgendermaßen:

Wirgel, den 14. Dezember 1769
Meine liebste Schwester.

Wir sind in wirgel Gott sei Dank sehr gut angekommen.
Wenn ich die Wahrheit berichten soll, muss ich also sagen, dass das
Reisen auf diese Weise recht vergnüglich ist, dass es nicht kalt und
in unserem Wagen warm wie in einem Zimmer ist. Wie geht es mit dem Halsweh?
Ist unser Herr Plagegeist am Tag, an dem wir aufgebrochen sind,
nicht gekommen? Wenn du Herrn Schiedenhofen siehst, erzähle,
dass ich immer singe: Tralaliera, Tralaliera und sag ihm,
dass es jetzt während meiner Abwesenheit von Salzburg nicht notwendig ist,
Zucker in die Suppe zu geben. In Lofer haben wir zu Abend gegessen und bei
Herrn Helmreich, der hier Pfleger ist, übernachtet.
Seine Gattin ist eine liebe Frau, sie ist die Schwester des Herrn Moll.
Ich bekomme Hunger, habe große Lust auf Essen. Lass es dir mittlerweile
gut gehen, leb wohl!

Wolfgang Mozart

PS. Eine Empfehlung an alle meine guten Freunde, an Herrn Hagenauer,
an seine Frau, an ihre Söhne und Töchter, an Frau Rosa und an ihren Mann,
ferner an Herrn Adlgasser und Spizeder. Den Herrn Hornung frag statt meiner,
ob er nicht noch einmal geglaubt hätte, dass ich statt deiner im Bett wäre.

Sein Vater Leopold schrieb aus Wörgl ebenfalls einen Brief,
nämlich an seine Gattin:

Wirgl, Mittwoch abends um 8 Uhr.
Wir ... kamen abends nach Wirgl, wo ich den Vicarium H. Hartmann kehlhammer
von Chiemsee zu mir einladen liesse. Eben ist er gekommen.
Er empf. sich. nun ists 10 Uhr, wir werden schlafen gehen;
dann morgen muß ich um 5 Uhr auf ... Mzt.

Hartmann Kehlhammer war von 1769 bis 1773 Vikar in Wörgl.
Dieser Brief aus Wörgl ist im Besitz der Internationalen Stiftung
Mozarteum in Salzburg.
In diesem Brief des Vaters befindet sich auch eine Einlage des
jungen Wolfgang Amadeus:

Allerliebste mama!
Mein Herz ist völlig entzücket aus lauter Vergnügen,
weil mir auf der Reise so lustig ist ... ihr getreuer Sohn
Wolfgang Mozart

Die Stadt Wörgl hat eine Straße nach ihrem berühmten Gast benannt.