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70 Jahre Schützengilde

Die „BROOKS“ – 70 Jahre Schützengilde Bruckhäusl

Tief verwurzelt in der Geschichte Tirols ist das Schützenwesen, ursprünglich gegründet zur Verteidigung der eigenen Heimat und 1511 im Landlibell von Kaiser Maximilian I. niedergeschrieben. Wichtig ist die Unterscheidung in Schützenkompanie und Schützengilde:
Die Kompanien sind traditionelle Einheiten ohne sportliche Ausrichtung mit Schwerpunkt auf die Brauchtumspflege.

Schützengilden sind Vereine, die sich dem sportlichen Schießen verschrieben haben und den Fokus auf Training, Wettkämpfe und Jugendarbeit legen.

Dieses Spektrum wird von der Schützengilde Bruckhäusl vollumfänglich abgedeckt, wie die zahlreichen Erfolge auf nationaler Bühne mit 89 Goldmedaillen eindrucksvoll bestätigen.
Top-Platzierungen bei internationalen Wettkämpfen durch Susanne Kecht, Ramona und Michelle Oberhofer sowie Christine Gratt runden das Bild ab.

Johann Oberhofer sen. hat von Beginn an die Jugendarbeit forciert und junge Menschen für den Schießsport und den Vereinsgedanken begeistert. Gemeinsam mit Josef Schreder werden aktuell 35 Nachwuchstalente regelmäßig trainiert. Die Schützengilde definiert in ihrer Festschrift zum heurigen Jubiläum das Ziel, jungen Menschen neben sportlicher Fairness auch Kameradschaft und Zusammenhalt im Vereinsleben zu vermitteln.

a Schiessstand
Der moderne Schießstand

Wie fing eigentlich alles an? Am 14. Juli 1956 gründeten 12 Männer den „Schützenverein Söll-Leukental“ und wählten aus ihrer Mitte Josef Plieger zum ersten Oberschützenmeister.
Sie gingen ihrem Sport zu Beginn auf vier selbst errichteten Luftgewehr-Ständen beim Bruckhäuslwirt nach, bevor man 1958 in den Gasthof Morandell übersiedelte.

1959 fand anlässlich des Ankaufes und der Weihe der Schützenfahne erstmals ein großes Schützenfest statt.

Der Name des Vereins wurde 1960 in „Schützengilde Bruckhäusl“ geändert und gemeinsam mit der Bundesmusikkapelle mit sehr viel Eigenleistung das Vereinshaus errichtet und 1964 bezogen. Zur Einweihung wurde standesgemäß ein Eröffnungsschießen ausgerichtet.

Die technische Entwicklung ging rasant vor sich: 1976 der Einbau von acht automatischen Scheibenanlagen, 2013 die Umrüstung auf elektronischen Betrieb. Daneben wurde der Innenbereich des Schießstandes sowie das Büro mithilfe von Firmen, Sponsoren und Eigenleistungen komplett neugestaltet.

Seit 2018 verfügt die Gilde über einen modernen Schießstand mit gemütlichen und funktionellen Räumlichkeiten.

a Josef Plieger
Oberschützenmeister Josef Plieger (1956 – 1976)

a Hansi Oberhofer
Oberschützenmeister Hansi Oberhofer (seit 2015)

Der Oberschützenmeister ist der „Manager“ der Gilde, unterstützt von weiteren Vorstandsmitgliedern. Josef Plieger leistete von 1956 bis 1976 große Aufbauarbeit mit der Errichtung des Vereinsheimes als Höhepunkt. Ihm folgten für 15 Jahre Christian Achrainer und von 1991 bis 2000 Johann Unterberger – eine Zeitspanne, in der die technische Entwicklung umzusetzen war. Albert Feiersinger für 3 Jahre, Silvia Werlberger von 2003 bis 2012 und Robert Oberhofer sen. bis 2015 setzen die Reihe mit der konsequenten Weiterentwicklung der Gilde und Modernisierung der Anlage fort. Im Jahr 2015 übernahm Hansi Oberhofer jun. das Amt des Oberschützenmeisters, das er seither mit großem Engagement insbesondere hinsichtlich der Förderung der Jugend ausfüllt.

Der Jugend gilt, wie Hansi Oberhofer in der Juli-Ausgabe des Stadtmagazins ausführt, das Hauptaugenmerk der Vereinsarbeit. Neben den sportlichen Leistungen steht die soziale Komponente im Vordergrund: das aktive Einbinden in das Vereinsgeschehen durch Übertragung von Verantwortung und das Verhalten in einer Gemeinschaft, geprägt durch Toleranz, Vertrauen und Respekt.

a Jungschuetzen
Jungschützen 2026 mit ihren Betreuern Josef Schreder (Jugendtrainer),
Johann Oberhofer sen. und OSM Hansi Oberhofer

Auch für Nicht-Schützen tritt die Gilde durch ihre Ausrückungen mit der Schützenfahne zu kirchlichen oder weltlichen Anlässen regelmäßig in Erscheinung und verbindet damit die sportliche Moderne mit den traditionellen Werten unserer Gesellschaft.

Die größte Veranstaltung, das weitum bekannte und beliebte „Ostereierschießen“, kann auf eine lange Tradition zurückblicken und stellt mittlerweile das finanzielle Fundament der Schützengilde Bruckhäusl dar.

Quellen:
Festschriften der Schützengilde
Bruckhäusl – Ein Tiroler Dorf im Wandel der Zeit, Gasteiger/Spielbichler

Kontakt: Stadtchronist Toni Scharnagl, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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