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150 Jahre Feuerwehr der Stadt Wörgl

Das Feuer ist ein Grundelement unseres Daseins. Erst mit ihm war es der Menschheit möglich, die Schätze der Natur nutzbar zu machen. Aber jede Medaille hat zwei Seiten! Seit jeher hat das Feuer Verwüstungen angerichtet. Vielfach war es der Mensch selbst, der in fahrlässiger, verbrecherischer oder kriegerischer Absicht das vernichtende Element entfesselte und so war die Brandbekämpfung schon immer ein ernsthaftes Anliegen.

Seit dem Mittelalter lag der Brandschutz in den Händen der Gemeinden und zur Brandbekämpfung wurden Innungen und Zünfte verpflichtet.

Die Geschichte jeder Feuerwehr ist eng mit der jeweiligen Geschichte der Gemeinde verbunden. In unzähligen Einsätzen half die Feuerwehr Brände zu löschen, Überschwemmungen abzuwehren und bei Unfällen verschiedenster Art Mitmenschen zu bergen und die Unfallfolgen zu lindern.

Bereits 1607 wird im Wörgler Dorfbrief bestimmt, dass die Kamine jährlich zweimal „visitiert“ werden müssen, da von ihnen eine große Gefahr ausging.

Mitte des 19. Jh. entstanden aus Turnvereinen die ersten freiwilligen Feuerwehren, so 1857 in Innsbruck.

Große Katastrophen überzeugten einige Idealisten von der Notwendigkeit einer organisierten Gemeinschaft zur Brandbekämpfung, da man immer wieder auf Hilfe von auswärts angewiesen war:

1835 – Brand beim „Unterkrumbacher“; Hütten-Arbeiter des Hammerwerkes in Kastengstatt und sogar Militär war im Einsatz.

1836 – die Pfarrkirche und fünf weitere Häuser wurden ein Opfer der Flammen; der Aufbau der Kirche verlangte größte finanzielle Aufwände von beiden Gemeinden.

1851 – 4 Häuser und 2 Scheunen sind abgebrannt, darunter das Wirtshaus Lamm; von allen Gemeinden bis nach Kufstein kamen Hilfeleistende mit Spritzen und verhinderten eine Ausbreitung der Brände.

1867 – Brandkatastrophe beim Bauernhaus „Egerndorf“ mit 7 Todesopfern; ein Zeitgenosse: „Die Ursache für die vielen Opfer lag darin, daß bei den Fenstern eiserne Gitter angebracht waren, so daß sich die Eingeschlossenen nicht mehr retten konnten“.

Vor 150 Jahren, am 5. Oktober 1876, wurde schließlich in Wörgl, einem damals von Bauernhöfen, Gasthäusern und kleineren Gewerbebetrieben geprägten Dorf, die Freiwillige Feuerwehr (FFW) gegründet. Es war die fünfte Wehr im Bezirk, Kommandant wurde der Schachtnerwirt Johann Auer. 

a Kommandant 1876   Johann Auer

Kommandant 1876 - Johann Auer

a Kommandant 2025   Sebastian Prosch

Kommandant 2025 – Sebastian Prosch

Die „Geburtswehen“ waren sicher schmerzhafter als in anderen Orten, bestand das Dorf bis 1910 doch aus den selbständig verwalteten Gemeinden Kufstein-Wörgl und Rattenberg-Wörgl, getrennt durch den Wörgler Bach. Viele Lasten mussten gemeinsam getragen werden, so die Kosten für Schule und Kirche sowie, der größte Ausgabenposten, das Armenwesen. Zusammenhelfen hieß es bei den Überflutungen des Wörgler Baches und den schweren Bränden, die im Kern der eng zusammengebauten Siedlung verheerend sein konnten und mehrmals auch waren.

Große Verantwortung hatten die beiden Gemeinde-Vorsteher zu tragen und so fiel durch die Gründung der FFW in dieser Beziehung manche Sorge weg. Die Instandhaltung der Geräte und Vorsorge für den Einsatzfall war nun Aufgabe des Kommandos.

Vorausschauend und verantwortungsbewusst denkende Männer haben über die Jahrzehnte hinweg durch ihr Wirken dafür gesorgt, dass heute unsere Feuerwehr personell sehr gut aufgestellt ist. Dank Eigenleistung und Unterstützung seitens der Öffentlichen Hand sind das Gerätehaus und die Ausrüstung auf modernstem Stand.

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Feuerwehrleiter – Defilierung 1926

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Rüstlöschfahrzeug Scania Baujahr 2025

Die Aufgaben der Feuerwehren verlagerten sich neben der Brandbekämpfung in den letzten Jahrzehnten immer stärker auf technische Einsätze bei Unfällen, Bergungen und Überflutungen.

Eine wichtige Basis für die Zukunft unserer Wehr ist die vor über 40 Jahren gegründete Feuerwehrjugend. Durch eine Vielzahl von Übungen wird die Jugend auf den aktiven FW-Dienst vorbereitet.

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Feuerwehrjugend

150 Jahre Freiwillige Feuerwehr, das heißt 150 Jahre selbstloser Dienst am Nächsten und zum Schutz unserer Gemeinschaft.

a Geraetehaus 2025

Kommandant HBI Sebastian Prosch: „Die starke und gelebte Kameradschaft verbunden mit der hohen Motivation ermöglicht es uns, das hohe Einsatz- und Arbeitsaufkommen zu bewältigen“.

Quellen:

Festschrift 125 Jahre FFW Wörgl

Hans Bramböck: 100 Jahre FW Wörgl

Kontakt: Stadtchronist Toni Scharnagl, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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