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Personalmangel

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Wer glaubt, dass diese Schlagzeile der Aufmacher einer Zeitung im letzten oder heurigen Jahr war, der irrt!
Erstens gibt es die “Wörgler & Kufsteiner Rundschau” seit dem Jahr 2014 nicht mehr und zweitens zeigt uns dieser Artikel, dass es das Problem “Personalmangel” auch vor gut 30 Jahren gab und die heimischen Unternehmer - so wie heute - vor große Probleme gestellt hat.

Beschrieben wird die Situation im Hochtal Wildschönau, dem „größten Fremdenverkehrsverband des Bezirkes Kufstein”. Der Mangel an Arbeitskräften geht so weit, dass man - so wie Paula Steiner vom “Liftstüberl” in Auffach - nur mehr die hauseigenen Gäste bewirtet.

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Ihr großes Kellerlokal schließen musste bereits Berni Stockmayr, Chefin des Hotels “Auffacherhof” mit 90 Betten und 400 Restaurantplätzen. Sie klagt: “Im Spätsommer habe ich das zuständige Arbeitsamt kontaktiert, seitdem war Funkstille”.

Wie der aktuelle Mangel an Arbeitskräften war auch jener des Jahres 1991 nicht auf das Gastgewerbe beschränkt. So gibt Herbert Stadler von den Wildschönauer Bergbahnen, Chef des größten heimischen Tourismusunternehmens an, “dass er heuer erstmals seit 1967 Probleme mit dem Personal hat”.

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Die im Artikel aufgezeigten Ursachen waren vielfältig: “Man macht es den Leuten mit dem Arbeitslosengeld zu einfach” (Herbert Stadler), "vom Arbeitsamt Innsbruck-Land erteilte Beschäftigungsbewilligung für einen Ausländer wurde wenig später vom Arbeitsamt Kufstein abgelehnt” (Helmut Erharter, Vize-Obmann des FVV), “Arbeitsverträge werden einfach ignoriert” - so Hans Keller, Wirt des ältesten Wildschönauer Gastbetriebes, “zaghafte Erteilung von Beschäftigungsbewilligungen” die Beobachtung von Hilde Thaler, Geschäftsführerin vom FVV Wildschönau.

In der Wörgler & Kufstein Rundschau Nr. 2 vom 9. Jänner 1991 hat unter der Schlagzeile „Arbeitsamt kontert auf Vorwürfe von Wildschönauer Gastwirten“ der Leiter des Kufsteiner Arbeitsamtes, Helmut Kölli, gereizt auf die Vorwürfe reagiert. Kölli: „Wir zerreißen uns hier förmlich, aber wir können halt auch nichts dafür, dass es nicht genügend Fachpersonal gibt!“
Die Ursachen seien nicht selten ganz woanders zu suchen, etwa bei den Lohn- und Arbeitsbedingungen, die halt auch nicht überall gerade vorbildlich sind. Kölli hütet sich, generell das Gastgewerbe schlecht zu machen („wir haben sehr viele gute Betriebe“), aber einige schwarze Schafe tummeln sich schon in der Herde.

So wie in der Gegenwart, waren auch im Jahr 1991 die Ursachen für den Personalmangel im Gastgewerbe vielfältig und konnten nicht an einem bestimmten Punkt festgemacht werden. Was bleibt ist die Hoffnung, dass auch die aktuellen Probleme zum Wohle aller bewältigt werden können.

Stadtchronist Toni Scharnagl
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